Falsches Bürsten ist einer der häufigsten Gründe für Haarbruch, Spliss und glanzlose Strähnen. Was oft als banale Routine abgetan wird, hat direkten Einfluss auf die Haarstruktur. Richtiges Bürsten wirkt wie eine Massage für die Kopfhaut, verteilt natürliche Pflegestoffe und sorgt für gesunden Glanz.
In diesem Guide erfährst du, wie du deine Haare richtig bürsten kannst, welche Technik Haarbruch vermeidet und welches Material zu deinem Haartyp passt.
Inhaltsübersicht
- Nass oder trocken bürsten – Was ist besser für die Haargesundheit?
- Schritt-für-Schritt: Haare richtig entwirren ohne Haarbruch
- Technik: Von den Spitzen bis zum Ansatz
- Routine: Wie oft bürsten?
- Materialkunde: Welche Haarbürste passt zu welchem Haartyp?
- Spezialfall: Feines und dünnes Haar
- Detangler vs. Naturborsten gegen Spliss
- Warum Wildschweinborsten für Glanz sorgen
- 5 Profi-Tipps für mehr Glanz und Volumen
- 1. Vor dem Waschen gründlich bürsten
- 2. Kopfhautmassage für die Durchblutung
- 3. Mythos "100 Bürstenstriche"
- 4. Statische Aufladung stoppen
- 5. Hygiene: Bürste regelmäßig reinigen
- Fazit: Gesünderes Haar durch richtige Technik
Nass oder trocken bürsten – Was ist besser für die Haargesundheit?
Diese Frage entscheidet oft über die Integrität deiner Haarstruktur. Nasses Haar ist gequollen, die Schuppenschicht ist geöffnet und die Fasern sind extrem dehnbar. Aggressives Bürsten im nassen Zustand kann das Haar überdehnen, bis es reißt.
Die Experten-Regel:
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Glattes bis welliges Haar: Immer im trockenen Zustand bürsten. Muss das Haar entwirrt werden, nutze einen grobzinkigen Kamm, wie zum Beispiel unseren Entwirrungskamm.
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Lockiges oder krauses Haar: Wenn du den Vorteil von Wildschweinborsten für dein Haar nutzen möchtest, aber trotzdem die Locken erhalten möchtest, empfehlen wir, die Haare mit Lockenbändern nach dem Bürsten einzudrehen. Idealerweise verlegst du dein Bürstenritual auf den Abend und lässt danach die Lockenbänder über Nacht drin.
Schritt-für-Schritt: Haare richtig entwirren ohne Haarbruch
Wer wild drauflos bürstet, zieht Knoten fest, statt sie zu lösen. Die richtige Technik schont die Längen und verhindert mechanische Schäden.
Technik: Von den Spitzen bis zum Ansatz
Vermeide den häufigsten Fehler: Das Ansetzen der Bürste direkt am Haaransatz. Dies schiebt Knötchen zu einem festen Nest in den Längen zusammen.
So gehst du vor:
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Aufteilen: Teile das Haar in zwei bis drei Partien.
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Starten: Beginne immer bei den Spitzen (untere 5-10 cm).
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Fixieren: Halte die Haarsträhne mit einer Hand fest, um Zug auf die Wurzel zu vermeiden.
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Hocharbeiten: Arbeite dich Stück für Stück weiter nach oben zum Ansatz vor.
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Finale: Erst wenn alle Knoten gelöst sind, bürste in langen Zügen vom Ansatz bis zur Spitze.
Routine: Wie oft bürsten?
Zweimal täglich ist der Richtwert für eine gesunde Routine:
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Morgens: Zum Entwirren und Stylen.
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Abends: Der wichtigste Durchgang. Du entfernst Staub, Styling-Rückstände und lose Haare. Zudem verteilst du das Sebum (Kopffett) in die Längen, was als natürliche Pflegekur über Nacht wirkt.
Materialkunde: Welche Haarbürste passt zu welchem Haartyp?
Die Wahl der richtigen Bürste verhindert das Aufrauen der Haaroberfläche. Hier der schnelle Überblick:
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Haartyp |
Empfohlene Bürste |
Hauptvorteil |
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Feines / dünnes bis normales Haar |
Wildschweinborsten / weiche Naturborsten |
Schont die Kopfhaut, verleiht Volumen und Glanz. |
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Dickes Haar |
Wildschweinborsten (mit größerem Abstand oder stärkere Borsten) oder Mischborsten (Nylon & Natur) |
Dringt durch die Haardichte, pflegt gleichzeitig. |
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Lockiges Haar |
Grobzinkiger Kamm / Tangle Teezer |
Entwirrt, ohne die Lockenstruktur zu zerstören. |
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Nasses Haar |
Wet Brush / Skelettbürste |
Flexible Borsten verhindern Überdehnung. |
Spezialfall: Feines und dünnes Haar
Feines Haar benötigt reine Naturborsten (z.B. Wildschwein). Sie sind weich genug, um die Kopfhaut nicht zu reizen, aber fest genug zum Glätten. Harte Plastikborsten mit scharfen Pressnähten sind tabu, da sie die feine Struktur schädigen.
Detangler vs. Naturborsten gegen Spliss
Bei stark verknotetem Haar ("Vogelnestern") helfen Detangler (Entwirrbürsten oder Kämme). Hier kannst du flexible Kunststoffborsten verwenden, die bei Widerstand nachgeben, oder auch unseren Etwirrungskamm verwenden, der jeder Natural Hair Brush beiliegt.
Profitipp: Nutze den Detangler zum Entwirren und wechsle danach zur Naturbürste, um die Schuppenschicht zu schließen.
Warum Wildschweinborsten für Glanz sorgen
Die Struktur von Wildschweinborsten ähnelt menschlichem Haar. Sie nehmen das Sebum von der Kopfhaut auf und transportieren es in die trockenen Spitzen. Dies fungiert als natürlicher Schutzmantel und Glanzverstärker.
5 Profi-Tipps für mehr Glanz und Volumen
Optimiere deine Routine mit diesen fünf Detail-Tipps für sichtbar gesünderes Haar.
1. Vor dem Waschen gründlich bürsten
Wasser fixiert Knoten. Wer mit verknotetem Haar unter die Dusche geht, erschwert das Kämmen danach massiv. Bürste die Haare vor dem Duschen aus, um Styling-Reste zu lösen, lose Haare zu entfernen und die Haarwäsche effektiver zu machen.
2. Kopfhautmassage für die Durchblutung
Gesundes Haarwachstum beginnt an der Wurzel. Arbeite dich also immer bis an die Kopfhaut hoch und bürste dann ein paar Mal vom Haaransatz bis in die Spitzen. Die gesteigerte Durchblutung verbessert die Nährstoffversorgung der Haarfollikel, und durch das Bürsten transportierst du die Nährstoffe vom Haaransatz bis in die Spitzen.
3. Mythos "100 Bürstenstriche"
Zu viel mechanische Reibung schadet. Bürste nur so lange, bis die Haare entwirrt sind und glänzen. Sobald die Bürste widerstandslos gleitet, bist du fertig. Disclaimer: Es kommt hier natürlich sehr stark darauf an, welche Bürste du verwendest. Naturborsten sind hier aufgrund ihrer Eigenschaften sehr zu empfehlen, wohingegen synthetische Borsten das Haar auch schnell beschädigen können
4. Statische Aufladung stoppen
Fliegende Haare im Winter entstehen oft durch Plastikbürsten und trockene Luft.
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Lösung: Wechsele zu Holzbürsten mit Naturborsten oder Modellen mit Ionen-Technologie.
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Sofort-Hilfe: Sprühe etwas Sea Salt Spray in das Haar, bevor du kämmst.
5. Hygiene: Bürste regelmäßig reinigen
Eine schmutzige Bürste verteilt Talg und Produktreste im frisch gewaschenen Haar.
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Täglich: Alle Haare aus der Bürste entfernen.
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Alle 2-4 Wochen: Mit warmem Wasser und mildem Naturkosmetik-Shampoo waschen.
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Trocknen: Borsten nach unten auf ein Handtuch legen, um Staunässe in den Borsten zu vermeiden.
Fazit: Gesünderes Haar durch richtige Technik
Richtiges Haare bürsten ist die Basis jeder guten Pflegeroutine. Arbeite immer von den Spitzen zum Ansatz, wähle das passende Material für deinen Haartyp und achte auf Hygiene. Deine Haare werden es dir mit weniger Haarbruch und mehr Glanz danken.